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Dorfentwicklungsprozess - Wege zueinander

Abbildung: Bürgerbeteiligung soll Spaß machen - Treffen in geselliger Runde gehören dazu. (Quelle: Landesanstalt für Landwirtschaft)

Abbildung: Bürgerbeteiligung soll Spaß machen - Treffen in geselliger Runde gehören dazu. (Quelle: Landesanstalt für Landwirtschaft)

Methodische Tipps für eine effiziente Gestaltung von Planungsprozessen

Dorfentwicklung soll Spaß machen. Deshalb ernsthafte Inhalte spielerisch vermitteln.

Dorfentwicklung lebt vom Engagement und den Ideen der Beteiligten. Insbesondere die Menschen im Dorf sind Experten in eigener Sache; ihre Wünsche und Bedürfnisse stehen im Mittelpunkt der Planung. Dorfbewohner sollen also zu Dorfentwicklern werden. Kommunikation und Partizipation spielen bei einer solchen »Planung von unten« eine wesentliche Rolle. Übergeordnete Behörden ziehen sich dabei auf die Aufgaben des Initiierens und fachlichen Begleitens der Planung zurück, während die Dorfplaner den Planungsprozess als Moderatoren unterstützen und koordinieren.

Die Bürger können auf vielfältige Weise zur Mitwirkung an der Planung gewonnen werden. Je nach Situation und Zielgruppe kommen jeweils passende Formen der Zusammenarbeit und ein entsprechendes Methodenrepertoire zum Einsatz. Generell ist hier der Phantasie keine Grenze gesetzt, um den Planungsprozess so informativ, kreativ und motivierend wie möglich zu gestalten! Wichtig dabei ist eine professionelle Handhabung der Mitwirkungsangebote, was ja überwiegend Aufgabe der Dorfplaner ist. Ihnen ist eine intensive Vorbereitung auf die Gruppe und das zu bearbeitende Thema anzuraten.

Die Informationsvermittlung in der heutigen Zeit ist geprägt durch eine Fülle unterschiedlicher Informationsträger. Wer sich da im Dorf Gehör verschaffen will, muss dies auch schon einmal auf unkonventionelle Weise tun, also ernsthafte Inhalte durch spielerisches Vorgehen vermitteln. Da die Dorfbewohner von der Planung persönlich betroffen sind, sind sie zumeist aufgeschlossen gegenüber Botschaften und Informationen ihr Dorf betreffend - eine positive Grundstimmung also, die im Planungsprozess aufgegriffen und weiter gefördert werden kann.
Die im Folgenden beschriebenen Formen der Zusammenarbeit und das Methodenrepertoire ist eine Auswahl von praxistauglichen Verfahren für einen Dorfentwicklungsprozess - vollständig kann diese Auswahl natürlich nicht sein und es gibt auch kein Patentrezept für eine gelungene Bürgerbeteiligung. Wie gesagt, der Phantasie sind keine Grenzen gesetzt - also ruhig einmal neue »Wege zueinander« ausprobieren oder auch die vorgestellten Verfahren variieren. In diese Hinsicht kann Dorfentwicklung zu einem Experimentierfeld für neue Formen der Kommunikation und Partizipation werden.

Als Überblick hier einige wichtige Faustregeln für eine erfolgreiche Bürgerbeteiligung:

  • Alle Bürger des Dorfes frühestmöglich, also ganz zu Beginn der Dorfentwicklung ansprechen und zur Beteiligung einladen.
  • Um Interesse und Neugierde der Beteiligten zu wecken und Engagement zu fördern, sollten alle Formen der Bürgerbeteiligung in lockerer, informeller und heiterer Atmosphäre ablaufen.
  • Alle Bevölkerungsgruppen einbeziehen, insbesondere auch die, die im öffentlichen Meinungsbild in der Regel unterrepräsentiert sind, also Kinder, Jugendliche, Frauen und ausländische Mitbürger (zielgruppenorientierte Mitwirkungsangebote).
  • Den Planungsprozess transparent und offen gestalten - offen für alle Inhalte, Ergebnisse und Teilnehmer. Eine regelmäßige Öffentlichkeitsarbeit gehört dazu.
  • Ein breites Spektrum an kreativen Formen der Zusammenarbeit und ein ebensolches Methodenrepertoire sollte zum Einsatz kommen.
  • »Leuchttürme« setzen, denn nichts ist so motivierend wie rasche Ergebnisse und mitreißende Beispiele schon in der Planungsphase!

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Ansprechpartner

Sächsisches Staatsministerium für Regionalentwicklung

Walter Völk

Sächsisches Landesamt für Umwelt, Landwirtschaft und Geologie

Referat 23: Ländliche Entwicklung, Agrarmarketing

Dr. Angela Kunz

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